Erster Hackathon im Handwerk - Digitales Handwerk gestalten.

© Christoph Krause

Erster Hackathon im Handwerk - Digitales Handwerk gestalten.

In der digitalisierten Zukunft wird jeder Bereich unseres Lebens, von unserem Zuhause über die Autos und die Straßen, die wir auf dem Weg zu unser Arbeit nutzen, bis hin zu unserem Arbeitsplatz, mit Geräten ausgestattet sein, die mit dem Internet verbunden sind und uns das Leben erleichtern werden. Diese neue Verbindung zwischen der digitalen und echten Welt, das Internet der Dinge, wird die Art wie wir leben und arbeiten signifikant verändern. Das ubiquitäre Internet der Dinge wird uns im privaten aber auch speziell in der Arbeitswelt mit zusätzlichen Informationen und Funktionen zur Seite stehen.

Geräte können etwa selbständig feststellen, ob sie gewartet werden müssen oder wann sie kaputtgehen werden, um dann den Besitzer oder direkt den zuständigen Handwerker zu benachrichtigen. Auch die zunehmende digitale Kompetenz der Menschen, die zunehmend über digitale Kanäle wie etwa Messenger oder auch Chatbots kommunizieren, wird die Art und Weise, wie mittelständische Unternehmen und Service-orientierte Handwerksbetriebe ihre Produkte und Dienstleistungen verkaufen, verändern. Die Kunden der Zukunft – die Digital Natives – sind daran gewöhnt, Dienstleistungen über das Internet, über Messenger oder über ihre digitalen Assistenten (wie etwa Google Assistant, Siri, Bixby) zu suchen und in Auftrag zu geben. Wer keine digitale Präsenz hat, läuft Gefahr, auf der Strecke zu bleiben.

Wie erkenne ich die Herausforderungen und Chancen der digitalen Zukunft? Wie nutze ich erkannte Chancen, welche Produkte und Dienstleistungen kann ich mit digitalen Funktionen erweitern oder kann ich gar komplett neue Produkte und Dienstleistungen aufbauen? Wie setzte ich die neuen digitalen Funktionen um, auf Basis welcher Technologie?

Der erste deutsche „Handwerk Hackathon“ des Kompetenzzentrums Digitales Handwerk der Handwerkskammer Koblenz in Zusammenarbeit mit dem Enterprise of Things Lab der Universität Koblenz-Landau bot die richtigen Antworten auf diese Fragen.

30 Teilnehmer, 9 Teams aus 7 Gewerken des Handwerks machten sich auf den Weg ihre eigenen digitalen Sinne zu entwickeln. Heraus kamen zukunftsweisende Ideen und Konzepte für digitale Services aus dem Handwerk. Für jedes Team stand eine Netz zum Transport der Daten, eine Serverstruktur, eine Programmierplattform, Rechnerkomponenten, 69 Sensoren, Werkzeuge, Lötkolben und für alle Komponenten einfache Anleitungen bereit. Die Sparkasse Koblenz unterstütze den Hackathon mit zwei 3D Druckern mit denen die Teilnehmer Gehäuse und Hilfsmittel direkt drucken konnten.

Doch wie sahen die Ideen aus dem Handwerk eigentlich aus? Ein Team aus dem Malerhandwerk um Monja Weber und Sebastian Alt aus Rhens entwickelte eine funktionierende Lösung um nach Wasserschäden in Gebäuden den Ablauf der unterschiedlichen Handwerke per Sensorik zu steuern. Selbst das rechtzeitige Ausleeren des Wasserbehälters aus den Trocknungsmaschinen wurde dem Kunden auf sein Smartphone gesendet. Ein im Gefäß eingebauter Sensor sagte rechtzeitig bescheid.

Ein Team rund um das Tischlerhandwerk entwickelte in diesen wenigen Stunden gar eine funktionierende Lösung um den professionellen Umgang mit einer Schleifmaschine zu verbessern. Zwei Sensoren weisen zukünftig den Handwerker auf zu starken Anpressdruck und eine zu höhe Temperatur am Schleifteller hin. Erstaunlich was innerhalb von 24 Stunden entwickelt werden kann. Aber auch ein gemischtes Team aus Tischler, Digitalisierungsberater und Dachdeckern hat eine intelligente Lagerverwaltung mit dem Sprachassistenten Alexa umgesetzt. Bei der Abschlusspräsentation konnte man Alexa fragen: Wo ist mein Hammer? Die Plattform antwortete mit dem genauen Standort des Werkzeuges.

Der erste Hackathon Handwerk hat gezeigt welche Ideenkraft im digitalen Handwerk steckt. Alle Teilnehmer waren so begeistert, das sie Ihre Projekte nun weiter bearbeiten wollen und haben sich bereits alle für den folgenden Hackathon vorgemeldet.

Was ist ein Hackathon?

Bei einem Hackathon geht es nicht um Sicherheitssysteme, sondern darum, Geschäftsmodelle zu hacken. Die Idee für den Hackathon Handwerk entstand bei der Ideenschmiede Barcamp Koblenz. Projektpartner sind das Kompetenzzentrum Digitales Handwerk, die Hand- werkskammer Koblenz sowie das EoTLab der Uni Koblenz.

Da das Interesse an der ersten Veranstaltung dieser Art groß war, wurde sie auf Facebook gestreamt. Die Videos lassen sich weiterhin auf dem Facebookanal https://www.facebook.com/HackathonHandwerk/ abrufen.

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